Sie glauben, dieses Bild wurde am Morgen aufgenommen, bin ich richtig?
Nehmen Sie sich noch einmal genügend Zeit, lassen Sie dieses Bild auf sich wirken und beantworten Sie die eben gestellte Frage für sich selbst, bevor Sie weiterlesen.
Es folgt die Auflösung:
„23:54 Uhr lese ich auf dem grellen Bildschirm meiner Kamera. Absolute Stille. Nur das Rauschen einer leichten Brise Wind in den Ohren, was auch dem Vogel eine ruhige Nacht verspricht. Die einzige natürliche Lichtquelle ist wohl der Vollmond, der den in der Ferne liegenden Bergen Schattenseiten verleiht. Nach einer zehnminütigen Belichtung habe ich mein geplantes Bild im Kasten und freue mich schon auf den Sonnenaufgang.“
In den nächsten Zeilen werde ich Sie kurz in die Welt der Natur- und Landschaftsfotografie entführen und anhand dieser Aufnahme einmal mehr verdeutlichen, dass die unfassbare Schönheit der Natur sehr oft erst dann erwacht, wenn der Mensch einschläft. Ich befinde mich in Wanaka, Neuseeland – praktisch am anderen Ende der Welt. Wo sich tagsüber tausende Menschen tummeln, die durch den Wind erzeugten Wellen des Sees im Hintergrund tausendfachen Knipsens geraten und aggressiv gewordene Speed-Traveler – wie ich sie gern nenne – um die erste Reihe und ein menschenfreies Selfie ringen, verbirgt sich eine kleine Bruchweide. Gefundenes Fressen für Fotografen aus aller Welt. Ja, sogar auf Platz Nummer eins der bekanntesten Bäume der Erde hat er es geschafft.
Wir sprechen vom Wanaka Tree, dessen verwinkelter Stamm aus dem Wasser ragt und sich perfekt an der Wasseroberfläche spiegelt. Längst hat der Baum eigene Social-Media-Seiten, und unter dem Hashtag #thatwanakatree kursieren tausende Bilder im Netz. Natürlich finden Sie auch mein Bild in dieser endlosen Schlange, aber dieser Trubel ist für mich völlig Nebensache. Warum ich hier bin, ist die Stille, die Mystik und die Einzigartigkeit. Was für den einen beinahe unsichtbar ist, löst in mir Emotionen aus und öffnet eine völlig neue Welt. Eine Welt, die schon mit einem geringen Maß an Technik sichtbar wird. Alles, was ich dazu benötige, ist meine Kamera, mein Stativ, sehr viel Geduld und natürlich immer ein gewisses Maß an Glück.
Im Gegensatz zum menschlichen Auge und Fotografien mit kurzer Belichtungszeit halten Langzeitbelichtungen nicht einen kurzen Augenblick fest, sondern bilden ein Motiv über einen längeren Zeitraum ab. Durch die lange Belichtungszeit und die hohe Empfindlichkeit des Sensors saugt die Kamera jede kleinste Lichtquelle auf und verwandelt die Nacht plötzlich zu Tag. Bewegungen werden dabei verwischt und zerfließen in der Zeit. Zeit, die auch den auf dem Bild eingefrorenen Ästen Bewegung und Leben verleiht.
Warum also nicht mal anders sein? Warum nicht ein Land bereisen, wenn alles schläft? Auf der Suche nach neuen Blickwinkeln bin ich sehr oft in schwierigem und unzugänglichem Gelände, meist nachts, unterwegs. Ich mag es, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, um Orte und Dinge bewusst wahrzunehmen und auf eine andere Art und Weise kennenzulernen. Eines meiner grundlegenden Ziele ist es, den Betrachter meiner Landschaftsbilder zu begeistern und ins Staunen zu versetzen, womit ich hoffe, Ihnen Mut zu machen, sich auch einmal nachts an Ihren Lieblingsort zu begeben. Es lohnt sich!
Sie glauben, dieses Bild wurde am Morgen aufgenommen, bin ich richtig?
Nehmen Sie sich noch einmal genügend Zeit, lassen Sie dieses Bild auf sich wirken und beantworten Sie die eben gestellte Frage für sich selbst, bevor Sie weiterlesen.
Es folgt die Auflösung:
„23:54 Uhr lese ich auf dem grellen Bildschirm meiner Kamera. Absolute Stille. Nur das Rauschen einer leichten Brise Wind in den Ohren, was auch dem Vogel eine ruhige Nacht verspricht. Die einzige natürliche Lichtquelle ist wohl der Vollmond, der den in der Ferne liegenden Bergen Schattenseiten verleiht. Nach einer zehnminütigen Belichtung habe ich mein geplantes Bild im Kasten und freue mich schon auf den Sonnenaufgang.“
In den nächsten Zeilen werde ich Sie kurz in die Welt der Natur- und Landschaftsfotografie entführen und anhand dieser Aufnahme einmal mehr verdeutlichen, dass die unfassbare Schönheit der Natur sehr oft erst dann erwacht, wenn der Mensch einschläft. Ich befinde mich in Wanaka, Neuseeland – praktisch am anderen Ende der Welt. Wo sich tagsüber tausende Menschen tummeln, die durch den Wind erzeugten Wellen des Sees im Hintergrund tausendfachen Knipsens geraten und aggressiv gewordene Speed-Traveler – wie ich sie gern nenne – um die erste Reihe und ein menschenfreies Selfie ringen, verbirgt sich eine kleine Bruchweide. Gefundenes Fressen für Fotografen aus aller Welt. Ja, sogar auf Platz Nummer eins der bekanntesten Bäume der Erde hat er es geschafft.
Wir sprechen vom Wanaka Tree, dessen verwinkelter Stamm aus dem Wasser ragt und sich perfekt an der Wasseroberfläche spiegelt. Längst hat der Baum eigene Social-Media-Seiten, und unter dem Hashtag #thatwanakatree kursieren tausende Bilder im Netz. Natürlich finden Sie auch mein Bild in dieser endlosen Schlange, aber dieser Trubel ist für mich völlig Nebensache. Warum ich hier bin, ist die Stille, die Mystik und die Einzigartigkeit. Was für den einen beinahe unsichtbar ist, löst in mir Emotionen aus und öffnet eine völlig neue Welt. Eine Welt, die schon mit einem geringen Maß an Technik sichtbar wird. Alles, was ich dazu benötige, ist meine Kamera, mein Stativ, sehr viel Geduld und natürlich immer ein gewisses Maß an Glück.
Im Gegensatz zum menschlichen Auge und Fotografien mit kurzer Belichtungszeit halten Langzeitbelichtungen nicht einen kurzen Augenblick fest, sondern bilden ein Motiv über einen längeren Zeitraum ab. Durch die lange Belichtungszeit und die hohe Empfindlichkeit des Sensors saugt die Kamera jede kleinste Lichtquelle auf und verwandelt die Nacht plötzlich zu Tag. Bewegungen werden dabei verwischt und zerfließen in der Zeit. Zeit, die auch den auf dem Bild eingefrorenen Ästen Bewegung und Leben verleiht.
Warum also nicht mal anders sein? Warum nicht ein Land bereisen, wenn alles schläft? Auf der Suche nach neuen Blickwinkeln bin ich sehr oft in schwierigem und unzugänglichem Gelände, meist nachts, unterwegs. Ich mag es, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, um Orte und Dinge bewusst wahrzunehmen und auf eine andere Art und Weise kennenzulernen. Eines meiner grundlegenden Ziele ist es, den Betrachter meiner Landschaftsbilder zu begeistern und ins Staunen zu versetzen, womit ich hoffe, Ihnen Mut zu machen, sich auch einmal nachts an Ihren Lieblingsort zu begeben. Es lohnt sich!
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